Dienstag, 5. Oktober 2010

Abendessen in Lovina

Heute Abend fahren wir in den Stadtkern von Lovina. Hier ist es sehr belebt und viel touristischer als in unserer Pension.
Lovina hat einen kleinen Hafen, hier starten die Fischer früh morgens um 05.30h, bevor die Sonne aufgeht. Dann werden zahlungskräftige Touristen eingepackt und zum "Dolphin Watching" geschippert...
Jeden morgen kommen die Delphine nach Lovina und springen aus dem Wasser, wenn die Sonne über den Bergen aufgeht
Ein Boot hat es Saskia besonders angetan. Wirklich ein schöner Kahn ;)

Im Hafen findet heute ein Festival statt. Balinesische Tänze und ein Theaterstück werden aufgeführt.
Wir kennen den Balitanz schon recht gut und schauen uns lieber das Publikum an.

Kleine Indonesier sind sehr putzig. 
Eine junge Dame findet Saskia klasse und folgt uns auf Schritt und Tritt....
Aber wir sind nicht mit dem Auto, sondern mit dem Scooter da und werden von den freundlich lächelnden Eltern beobachtet, also bietet sich keine Gelegenheit das Patenkind zu "blitzadoptieren"...
Die Tänzerinnen sind bereit und warten hinter der Bühne auf ihren großen Auftritt, hier ist mehr los als auf der anderen Seite, auf der das zahlende Publikum sitzt ;)
Nachdem wir die kleine Balinesin nicht mitnehmen konnten, machen wir uns alleine auf die Socken und finden ein nettes Restaurant. Hier gibt es Bier zum halben Preis, es ist Happy Hour.
Das ist eine einmalige Gelegenheit und wird dementsprechend gefeiert.


Im Restaurant streicht eine Katzenmutti mit jungen Kätzchen um die Tische. Saskia freut sich und spielt mit dem Gedanken eine kleine Balikatze zu adoptieren.
Aber leider ist der Besitzer nicht einverstanden und deshalb bleibt die Katze in Lovina...
Schade !!!


Wir haben viel vor, schon in 5 Stunden wollen wir wieder aufstehen und mit einem Fischerboot zum Dolphin Watching aufzubrechen....
Hoffentlich geht das gut, trotz Happy Hour (?), vor Sonnenaufgang aufstehen ist nicht so unser Ding ;)

Montag, 4. Oktober 2010

Lovina BEach

Lovina ist ein wunderschöner kleiner Ort, der sich an der Küste entlangzieht. Es gibt nicht viele Strassen auf Bali. Lovina liegt dementsprechend auf einem schmalen Streifen zwischen der Küstenstrasse und dem Meer über eine Länge von ca. 5 Km...
Unzählige kleine Losmen gibt es hier. Darunter versteht man einen Innenhof mit kleinen Bungalows. Die Familie und Reisende leben hier also auf demselben Hof, ein Zimmer kostet zwischen 3 und 5 Euro pro Nacht.

Der Ort ist angenehm ruhig und am Strand liegen malerisch die Fischerboote. Einige Häuser stehen direkt am Meer und die Tiere der Familien sind praktisch alle am Strand unterwegs....
Es ist wie auf einem Bauernhof im Schwarzwald.

Ein kleiner Hund kläfft uns an und ein Hängebauchschwein samt Nachwuchs sucht den Strand nach essbarem ab ;)

Auf dem diesem Bild kann man den Hahn sehen der am Strand stolziert und seine Konkurrenten in Schach hält. An uns stört er sich nicht sonderlich, Austauschstudenten aus Deutschland ist er scheinbar gewohnt...
Wir sind nach Westen ausgezogen und unabsichtlich im hohen Norden Balis gelandet. Aber wenn wir uns hier so umschauen, dann war das kein schlechter Zufall.
Nach dem lauten, hektischen und touristisch überfüllten Kuta, kommt uns Lovina wie ein kleines Paradies vor...

Sonntag, 3. Oktober 2010

Der Dutch Harbor in Singaraja

Nachdem die ersten Häuser am Wegrand auftauchen dauert es nicht lange und wir befinden uns wieder in einer größeren Dorf. Wir sind in Singaraja, der zweitgrössten Stadt der Insel, angekommen.
Wir fahren immer geradeaus und kommen direkt im Hafen an. Es ist der "Dutch Harbor", der sich auf Stelzen vor uns aufbaut. Singaraja war einst der wichtigste Hafen und Umschlagplatz der Niederländer in der Kolonialzeit. Das überproportional große Denkmal des Volkshelden "I Gusti Ngurah Rai" erinnert an den mutigen Colonel, der die Besetzer aus Holland 1946 in die Flucht schlug, und Indonesien befreite...
Wir schauen uns das Gebäude auf Stelzen näher an und geniessen den Ausblick auf die ruhige See...
Man merkt, dass die Hauptsaison vorüber ist. Zwei Hamburger Studenten sind weit und breit die einzigen Touristen und freuen sich über die angenehme Ruhe auf unserem erhöhten Aussichtspunkt...

Der Norden der Insel hat komischerweise keinen Wellengang und eignet sich dementsprechend nicht zum surfen. Es sieht ein bisschen aus wie in Griechenland, ein kleiner Sandstrand an dem unzählige Fischerboote liegen und wie auf dem Peleponnes steigen nach weniger als einem Kilometer, landeinwärts die Berge steil an...

Wir lesen ein paar Fakten zu Singaraja im Reiseführer und lassen uns die Sonne auf den Bauch scheinen, als uns ein Indonesier anspricht. Er hat offensichtlich erkannt, dass wir keine Einheimischen sind und fragt uns ob wir schon einen Platz zum schlafen haben (?)
Wir verneinen, woraufhin er uns großzügig seine günstige Unterkunft anbietet ;)

Von Singaraja sind es etwa drei Kilometer in westlicher Richtung an der Küste entlang, nach Lovina, unserem Reiseziel.
Wir lassen uns die Handynummer des freundlichen Herbergsvaters geben und nachdem er weitergezogen ist, beschliessen wir ersteinmal den Einheimischen zu folgen.
Die rüstige Dame, die auf der Ladeklappe des fahrenden Jeeps steht, scheint beispielsweise genau zu wissen wo es langgeht. Ihr wollen wir ersteinmal folgen und uns Lovina in Ruhe ansehen....

Samstag, 2. Oktober 2010

Der Gitgit Wasserfall auf der Strasse nach Lovina

Nachdem wir die Affen und zwei hohe Berge hinter uns gelassen haben geht es nur noch bergab und
es wird schlagartig 10 Grad wärmer. Der Berggipfel hängt nahezu immer in den Wolken und oben ist es dementsprechend sehr frisch. Damit haben wir zwei Rucksacktouristen nicht gerechnet. ..

Balis Strassen sind generell in keinem guten Zustand, oft verstopft und voller Schlaglöcher. Die Route über den Pass, in den Norden der Insel ist jedoch niegelnagelneu und frei von jeglichem Stau. Darüber freuen wir uns sehr... Es macht Spaß hier zu fahren
Auf halber Strecke fährt Saskia auf den Seitenstreifen, denn sie hat ein Schild entdeckt auf dem ein Pfeil den "Gitgit" Wasserfall im Dschungel anzeigt. Wir parken den Roller und folgen dem Pfad in den Wald.
Nach der ersten Kurve begegnen uns gleich drei Wegelagerer(innen), die uns ihre Armbänder verkaufen wollen. Die Kinder sind wirklich reizend und singen "pleeaaase Mister, please buy !!! Only one Dollar"
Wir handeln mit den Girls und als wir uns auf 5.000 Rupia ( 40 Cent) geeinigt haben, schlagen wir ein. Daraufhin bedanken sie sich überschwenglich und freuen sich wie kleine Königinnen... Saskia freut sich über ihr neues Armband und wir ziehen weiter.
Ein noch kleinerer Wegelagerer wird an der nächsten Biegung einfach stehen gelassen. Sein Englisch war einfach nicht ausreichend zur Kontaktaufnahme...
Nach einer gefühlten Ewigkeit, auf dem Schild an der Strasse stand "Waterfall only 300m", erreichen wir den Fluss. Nach weiteren zehn Minuten Stufen steigen, im Dschungel bei 70% Luftfeuchtigkeit, sehen wir ihn endlich, den Gitgit Wasserfall.
Ungefähr zehn Meter stürzen zwei Wasserfälle herab und bieten sich als Kameramotiv an.
Ein junger Balinese, der hier offensichtlich öfter herkommt, lässt seine Hüllen fallen und duscht sich unter dem Wasserfall ersteinmal gründlich ab. Wir verzichten, da das Wasser eiskalt ist.

Auffallend ist der Altar, der auf den Fluss aufpasst. Direkt neben dem Wasserfall in der Felswand kann man hier seine Opfer bringen...
Auf dem Rückweg zum Parkplatz begegnen uns ein paar Lastenträger, die offensichtlich Reis eingekauft haben. Paul seufzt immer über unsere 5 Kg Rucksäcke und die zwei tragen jeweils 20 Kg Säcke Reis auf dem Kopf durch den Dschungel, das gibt ihm zu denken ;)
Neben der hohen Qualität der Strasse freuen wir uns auch über die Grenzsteine. Leider hat irgendein Tollpatsch alle falsch herum aufgestellt. Aber zumindest die Farbauswahl ist hervorragend und entzückt deutsche Austauschstudenten...
Wir fahren weiter und sind kurz vor nördlichsten Stadt der Insel, Singaraja, weit kann es nicht mehr sein !!!

Freitag, 1. Oktober 2010

Der Affenberg auf dem Weg nach Lovina

Der Honda Motoroller ächzt und zieht uns schnaufend über den Pass...
Nachdem wir auf bis zu 1800m über dem Meeresspiegel geklettert sind überqueren wir den Gipfel und die Strasse fällt steil ab. Sie führt uns nach Bedugul, ein berühmtes Dorf in den Bergen,
auf 1224m Höhe.
Direkt nach Bedugul, das malerisch zwischen 2 großen Bergseen liegt, steigt die Strasse wieder an und plötzlich wird der Scooter langsamer. Saskia bremst und fährt auf den Seitenstreifen.
Sie hat nämlich einen wilden Affen entdeckt und als wir anhalten kommt schwupps die ganze Affenfamilie angehopst...

Auf der Strasse über den zweiten Pass, die nach Singaraja führt entdecken wir einen Affenclan.
Die Strasse führt durch dichten Urwald, hier oben sind keine Häuser zu sehen. Wir nehmen also an, dass die Affen hier schon länger hausen als der durchrauschende Verkehr...

Von unserem Seitenstreifen haben wir einen grandiosen Blick. Zum einen auf die neugierige Affenfamilie und zum anderen auf den Bratan See samt Tempel...

Damit haben wir nicht gerechnet, deshalb sind wir mittellos.
Wir haben weder Bananen, noch Erdnüsse als Gastgeschenk mitgebracht und können die Affen nur freundlich anlächeln.

Das lässt die gesamte Affenfamilie leider kalt. Nur ein kleiner Affe lächelt zurück und führt ein paar Kunststücke für uns vor.
Finden wir gut und nehmen ihn auf Video auf ;)
Auf dem zweiten Pass legen wir noch einen Stop ein, weil die Aussicht so schön ist.
Als wir weiterfahren fällt die Strasse steil ab, weit kann es nicht mehr sein nach Lovina Beach...

On the Road to Lovina

Heute packen wir den Rucksack und machen einen größeren Ausflug. Es geht in den Norden der Insel und wir planen drei Tage unterwegs zu sein...
Eigentlich wollten wir uns den Nationalpark im Westen der Insel ansehen, aber auf dem Weg dorthin haben wir das Ziel aus den Augen verloren.
Auf den wenigen Strassenschildern, die in der Hauptstadt Denpasar zu sehen sind steht fast immer "Singaraja" ( sprich Singaratscha )...
Wir folgen dieser neuen Richtung und wundern uns, als schon nach kurzer Zeit große Berge auftauchen und die Strasse merklich ansteigt

Nach einer halben Stunde machen wir eine kleine Pause und geniessen den Ausblick über die Insel, auf einem Bergplateau.
Man kann weit ins Land sehen und unzählige Reisterassen bestaunen, die seit hunderten von Jahren an den Berghängen aus Vulkangestein liegen...

Eine weitere interessante Sache ist das abrupte Ende des ewigen Verkehrschaos. Nachdem wir die Hauptstadt, Denpasar, zurückgelassen haben begegnen uns nur noch wenige Autos und wir haben das erste Mal, seit wir am Verkehr teilnehmen, freie Fahrt ;)

Auf der einen Seite der Strasse kann man ins Tal hinabschauen. Auf der anderen Seite ist eine Gruppe von Bauarbeitern beschäftigt und es sieht aus wie ein Ameisenhaufen.
Alle Altersstufen sind vertreten, jeder hat seine eigenen Klamotten an und schaufelt, hackt oder steht einfach nur in der Gegend herum....
Auf der Heimat wäre so eine Truppe, auf dem Bau, undenkbar ;)
Wie die Reise nachdem wir den ersten Berg überwunden haben weitergeht und was wir in diesen drei Tagen so alles erlebt haben, könnt ihr im nächsten Blogeintrag verfolgen...