Montag, 22. November 2010

Prambanan, die größte hinduistische Tempelanlage Südostasiens

Nach dem eindrucksvollen Borobodur finden wir, dass es, kulturell gesehen, immer noch Luft nach oben gibt und machen uns auf den Weg zum Prambanan.

Und wer ist jetzt dieser Prambanan ?
Also, um 850 nach Christus, als ein hinduistischer Eroberer Südostasien regierte, galt es das buddhistische Weltreich, das hundert Jahre zuvor mit dem riesigen Borobodur ein enormes Monument errichtet hatte, zu übertrumpfen.
Und zwar mit dem Tempel von Prambanan, deshalb liegen diese beiden Weltkulturerbe nur wenige Kilometer auseinander, bei Yogjakarta in Central Java.

Die damaligen Herrscher haben jedoch ihre Rechnung ohne den, bis heute brandgefährlichen, Vulkan Merapi gemacht. Die regelmässigen Ausbrüche verbunden mit riesigen Staubwolken sind nicht unbedingt förderlich für die Konservation der Tempel.


Wegen der starken Witterung und Grabräubern in diesem Gebiet sind viele der ursprünglichen Tempel leider nur noch zu weniger als 75% vorhanden. Die Unesco versucht seit vielen Jahren die ursprünglichen Steine der Schreine ausfindig zu machen und findet einiges in den Häusern der Bewohner in der Umgebung wieder ;)



Die Tempelanlage besteht aus drei Haupttempeln (bis zu 47m hoch) und über 250 kleinen Schreinen  (3-6m hoch). Die großen Tempel sind den drei absoluten Chefgöttern Shiva, dem Zerstörer, Vishnu dem Bewahrer, und Brahma, dem Schöpfer geweiht...






Viele der Tempel sind in einem ruinösen Zustand, da die Anlage im Mai 2006 zu großen Teilen von einem schweren Erdbeben zerstört wurde und es bis heute nicht gelungen ist, die Schreine zu restaurieren oder herauszufinden welcher Stein zu welchem Schrein gehört...
Wir sind beeindruckt von diesen alten, ehrfurchteinflössenden Bauten und finden, dass wir für heute unser kulturelles Pensum erreicht haben. Nach einem kurzen Gang zum Bahnhof nehmen wir einen öffentlichen Bus, ohne Türen, der uns zurück nach Yogjakarta bringt.
Auch den Prambanan haben wir ausführlich fotografiert, eine weitere Sammlung unserer Eindrücke folgt unter diesem Eintrag...




Morgen geht es weiter mit unseren Erlebnissen in Yogjakarta und der Heimreise, zurück nach Bali...

Sonntag, 21. November 2010

Der Borobodur, Indonesiens Weltkulturerbe

Am nächsten Morgen machen wir uns auf den Weg zum Borobodur, aber wer oder was ist denn eigentlich der Borobodur ?
Als der Brite, Sir Thomas Stamford Raffles, 1814 Governeur der Insel Java war, wurde ihm von einem halb verfallenen riesigen Monument im Urwald berichtet.
Er liess daraufhin ein Gutachten über dessen Zustand anfertigen, dieser Zeitpunkt gilt als die Wiederentdeckung der Anlage. Seitdem wurde der Borobodur, der 750 erbaut worden war, Stück für Stück vom Dschungel befreit und wieder freigelegt. 
Diese Tempelanlage zählt zum UNSESCO Weltkulturerbe und gilt als der größte buddhistische Tempel der Welt. Der Borobodur liegt nicht weit entfernt von Yogjakarta und nur wenige Kilometer vom aktiven Vulkan Merapi, der im November 2010, nur 10 Tage nach unserem Besuch auf Ostjava, erneut ausgebrochen ist.




Der Borobodur ist ein Abbild des buddhistischen Universums und von jeder Himmelsrichtung aus begehbar. Die Pyramide unterteilt sich in 3 Welten. Der unterste Teil entspricht der "Sinneswelt", der Menschen. Der mittlere Teil ist eine transzendente Übergangswelt und der oberste Teil entspricht der "Welt der Götter"

Die erste Plattform beherbergt 104 Buddha Statuen die in Nischen sitzen und meditieren. Auf der zweiten Terasse, etwa 5 Meter höher gelegen, sitzen ebenfalls 104 Buddhas in ihren Nischen. Die dritte Terasse bevölkern 88, die vierte 72 und die letzte 64 Statuen.
Leider sind viele von ihnen durch Witterung und Souvenirjäger beschädigt und nicht wenigen fehlt der Kopf...




Das Monument ist wirklich beeindruckend. Es dauert eine gefühlte Ewigkeit endlich oben anzukommen und von dort hat man einen zauberhaften Blick auf den dichten Dschungel der dieses Tal umgibt.
Auf der obersten Terrasse sind riesige Stupas. In dieses glockenförmigen Steinbauten sitzen die großen Buddhas und meditieren.
Wenn man es schafft sie, durch die Öffnungen, zu berühren bringt das Glück.
 Viele Millionen pilgern jährlich zum Borobodur und auch wir können eine bestimmte Atmosphäre spüren, die dieses mehr als tausend Jahre alte Heiligtum umgibt.
Mit uns besuchen einige Schulklassen den Tempel. Überall springen kleine Indonesier in putzigen Schuluniformen herum und interessieren sich mehr für das Pausenbrot ihrer Nachtbarn als für die Wandreliefs oder Buddhastatuen... ;)

Wir wissen, dass sich in der Nähe ein weiteres bedeutendes Heiligtum befindet.
Der hinduistische Tempel von Prabanan. Nach unserem Borobodur Ausflug ist das unser nächstes Ziel.
Da wir unheimlich viele Bilder geschossen haben, die den Rahmen eines Blogeintrages sprengen würden, folgt unter diesem Eintrag eine Auswahl von Eindrücken, ohne dass wir weiter auf die Ereignisse eingehen...
Weiter geht es mit unserem nächsten Eintrag und dem Tempel von Prabanan...